Märklin-Museum in Göppingen

 
Bauherr: Gebr. Märklin & Cie. GmbH in 73033 Göppingen
 
Architekt: Kehrbach Planwerk in 91126 Schwabach
 

 

Die Firma Gebr. Märklin & Cie. GmbH beabsichtigt am Hauptstandort in Göppingen den Neubau eines Museums. Das Bauvorhaben beinhaltet den Umbau bestehender Produktions­gebäude zu einem Museum, bei dem die Besucher in einer beeindruckenden Darstellung die Firmengeschichte anhand der Exponate nachvollziehen können. Im neu entstehenden Gebäudeteil werden der Museumsshop, in dem das gesamte Märklin Ange­bot erworben werden kann, ein Bistro und ein Service Point untergebracht, bei dem eine Reparaturannahme möglich ist und Ersatzteile erworben werden können.

 

Als Herausforderung für das Brandschutzkonzept waren die für das Museum erforderlichen Geschossverbindungen zu sehen. Neben den Exponaten entlang des Besucherwegs soll auch eine große Modellanlage, mit Schienenführung über mehrere Ge­schosse, die Besucher begleiten und begeistern.

 

Brandschutztechnisch gliedert sich das Bauvorhaben in die zwei Brandabschnitte "Museum" und "Anbau" mit Bistro und Shop, sodass mit der getrennten Rettungswegführung und der baulichen Trennung das Museum formal nicht im Geltungsbereich der Versammlungsstättenverordnung liegt. Das Museum und der Shop wurden als Sonderbau nach § 38 LBO bewertet. Im Rahmen der Sonderbau-Nutzung wurden für den gesamten Besucherbereich für jede Besucherebene die Anforderungen an zwei bauliche Rettungswege definiert. Bezüglich der erforderlichen Rettungswegbereiten wurden die bewährten Vorgaben der Versammlungsstättenverordnung verwendet. Die daraus resultierende maximale Besucherzahl im Museum wird zukünftig durch die Kasse/den Ticketverkauf sichergestellt.

 

Die baurechtliche Abweichung der Geschossverbindung mit den drei Geschossen von bis zu 1.600 m² zusammenhängender Fläche wurde mit den sehr guten und kurzen Rettungswegen, einer automatischen Rauch- und Wärmeabführung in jeder der drei Ebenen sowie mit einer Brandfrüherkennung und Alarmierungseinrichtung begründet.

 

In Abstimmung mit der Feuerwehr Göppingen werden zur Unterstützung der Einsatzkräfte zudem trockene Steigleitungen mit C-Anschluss in jeder Ebene im Museum vorgesehen.

 

Der Shop ist als Stahlkonstruktion in der Ausführung und in der Optik als „Lokschuppen“ vorgesehen. Der ungeschützte fein­gliedrige Fachwerkträger sowie auch die großflächigen G30-Verglasungen zur Abtrennung zum Bistro wurden ebenfalls zielführend durch eine automatische Rauch- und Wärmeab­führung kompensiert. 

 

 

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass ein schutz­zielorientiertes Brandschutzkonzept mit den baulichen, anlagen­technischen und organisatorischen Brandschutzmaßnahmen durchaus flexible Nutzungen und auch Abweichungen gegenüber den restriktiven Vorgaben aus Bauordnung, Verord­nungen und Richtlinien ermöglicht.